Suhr. Eine Sprache finden

Dem Forum Raumordnung Schweiz geht es nicht um irgendwelche partikulären Interessen, Raumordnung bedient nicht vorrangig die Nutzungsrechte an Parzellen, sondern es geht um ein Ganzes, um Orte, die wir unser Zuhause nennen. Damit diese Orte uns erfreuen, braucht es gute Atmosphären.
Text: Patrick Thurston
publiziert: 04.03.2026


Während der Arbeit am Pilot- und Forschungsprojekt für Suhr wurden wir immer wieder herausgefordert, unsere Vorstellungen in Worte zu fassen. Wir wollten dem Gemeinderat, der Baukommission, den Vertreter:innen von Kanton und Bund den Sinn hinter unseren Überlegungen für Suhr in 100 Jahren ans Herzen legen. Wir mussten also eine Sprache finden, Worte um anders über Strassen zu reden = Lebensadern, für Gewässer = Wasserwege und für Freiräume = Atempausen. Statt von Denkmal- oder Naturschutzobjekten sprechen wir von Lieblingsorten und an Stelle von Baufeldern reden wir lieber von Habitaten. Die Habitate sind die Lebensräume der Menschen (und der Natur), es sind die Orte, wo wir wirklich zuhause sind.

Auch im Bereich des planerischen Vokabulars, wo es um Reglemente, Festlegungen und die unterschiedlichsten Richt-, Nutzungs- oder Sachpläne geht, befassen wir uns lieber mit der Notation, wie in der Musik, wo es darum geht, eine Partitur zu schreiben. Es geht uns um die Partitur des Raumes! Da spielen Dynamik, Modulation, Phrasierung, Agogik uns Vieles mehr eine Rolle. Genauso verhält es sich im Städtebau, auch da suchen wir nach einer neuen Sprache. Letztlich geht es um die Poesie des Raumes.

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