Suhr. Lieblingsorte

Die Suche nach den kleinen Schönheiten und schönen Orten Suhrs ist zu einer Performance der Aneignung geworden. Das Resultat führt vor, dass manch vermeintlich Hässliches und Banales poetische Tiefe in sich trägt.
Text: Christoph Schläppi
publiziert: 04.03.2026


Wie oft lassen wir uns doch von Gebautem provozieren, irritieren, in unseren Gewohnheiten stören! Wie sehr lassen wir uns umgekehrt von Klischees und Bildern verführen, Orte aufzusuchen, in die wir unausgesprochene Erwartungen der Erfüllung, des Genusses, des Trostes, der Erholung im Beheimatet- oder Fremdsein oder bloss des Stillens einer Neugierde setzen?

Lieblingsorte sind starke Anker des Menschseins, obwohl wir, nach ihnen gefragt, sie nur selten benennen und auch kaum ihre Wirkung auf uns beschreiben können. Wie sollten wir auch? So komplexe Dinge wie «Schönheit» oder «Identität» kommen in ihnen zusammen – etwas in uns steht mit ihnen in kraftvoller Resonanz, obwohl wir sie verstandesmässig kaum präzise zu benennen vermögen.

So verlangt uns die Suche nach Lieblingsorten eine Reise in unser Inneres, in unser Wesen, in unsere Überzeugungen und Abneigungen, in unsere Fähigkeit zur Sympathie und Liebe ab. Joel Rubinig hat diese Suche zu einer Performance gemacht: Mit einer Hasselblad in der Hand hat er an einem Tag in 24 Stunden 24 Sujets gefunden, die für ihn Suhr bedeuten. In diesem Tagtraum hat er die Kraft der Aneignung und die Schönheit des Erkennens in 24 Bildern hinterlassen.

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Hypothekarbank Lenzburg & Kiosk, Mittlere Dorfstrasse.
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Tramstrasse 7 - Heimat des Forums in Suhr.
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Hintere Bahnhofstrasse.
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Schopf an der Bachstrasse.