Suhr. Der Tisch

An wie vielen Tischen nehmen wir täglich platz? Wie haben sie ausgesehen? Waren sie bequem, praktisch, ausreichend gross, oder hatten sie gar besondere Eigenschaften? Im Büro der inneren Unruhe steht ein Tisch, an den sich alle Besucher*innen erinnern und der in ihrer Erinnerung unauflöslich mit dem Forschungsprojekt verbunden ist.
Text: Christoph Schläppi
publiziert: 04.03.2026


Wenn gestalterische Entscheide und Erfindungen hinterfragt werden, dann meist mit dem Argument der Zweckerfüllung. Und tatsächlich: der perfekte Gebrauchsgegenstand ist jener, in dem Form, Funktion, Aufwand und Rahmenbedingungen zu einem einzigartigen, unauflöslichen Ganzen zusammen kommen.

Doch was ist, wenn ein Gegenstand komplexere, beispielsweise soziale und symbolische Funktionen erfüllen soll? Anhaltspunkte hierfür liefert der Tisch, den Patrick Thurston für das Büro der inneren Unruhe entworfen und gebaut hat: Zwei riesige Holzbohlen, aufgeständert auf einer Serie von Metallböcken, ringsum eine Schar selbst entwickelter und gebauter hölzernen Hocker.

Allein schon als Blickfang und Gesprächsthema bringt das spektakuläre Möbel Menschen zusammen, verführt zum Probesitzen, lädt zum gemeinsamen Innehalten, zum Gespräch ein. Hier erfahren unsere Gäste nebst der Idee der Gemeinschaft die Besonderheiten des Projekts und des Orts. Die Einzigartigkeit des Erlebnisses geht (meist unbemerkt) auch von den unbehandelten Holzoberflächen und dem Klang dieser Möbel aus. Mehrmals haben an unserem Tisch Gruppen von 20 Personen oder mehr getafelt und die Botschaft von Suhr mit allen ihren Sinnen aufgenommen.

ebib1121.jpeg
Der neue Tisch leistet optisch und sinnlich einen Hauptbeitrag zur Atmosphäre im Büro der inneren Unruhe.
img_8871.jpeg
14. Januar 2026.