Suhr. Die räumliche Satzung

Grenzschlängeln mit Wörtern: Die Sprache ist ein Mittel, um Getrenntes zueinander in Beziehung zu setzen.
Text: Oliver Streiff
publiziert: 23.02.2026


Im Forschungs- und Pilotprojekt für Suhr haben wir eingeübte Arbeitsgewohnheiten abgelegt. Wir sind vom Konkreten ausgegangen: Zunächst haben wir ortsbauliche Muster am Modell entwickelt und zeichnerisch verfeinert. Von diesen konkreten Vorstellungen ausgehend haben wir zehn Regeln erarbeitet, die den Veränderungsprozess prägen sollen. Die so entstandene Satzung betrifft räumliche, zeitliche, soziale und juristisch-ökonomische Aspekte. Sie ist als Regelwerk darauf ausgelegt, offen und geschlossen, verständlich und interpretationsbedürftig zu sein. Damit haben wir uns auf einen Weg an der Grenze begeben, benutzen Sprache dazu, Grenzen porös werden zu lassen, Beständigkeit und Wandelbarkeit, Innen und Aussen, Räumliches und Soziales zueinander in Beziehung zu setzen. Die räumliche Satzung für die Stadt Suhr ist Ausdruck unserer Überzeugung, dass sprachliche Festlegungen ortsbauliche Veränderungen zu prägen vermögen.

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